Die Immobilienwirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Neben ökonomischen Gesichtspunkten treten zunehmend ökologische und soziale Anforderungen in den Vordergrund. Mit der EU-Taxonomie und den ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) wird von EigentümerInnen, HausverwalterInnen und Bauträgern verlangt, dass Immobilien nicht nur wirtschaftlich, sondern auch nachhaltig und transparent betrieben werden.
Ein Aspekt, der dabei oft übersehen wird, ist der Prozess der Gebäudebegutachtung und Dokumentation. Klassische Methoden wie Begehungen durch mehrere Gewerke oder die Anmietung schwerer Geräte wie Hubsteiger sind nicht nur zeit- und kostenintensiv, sondern verursachen auch erhebliche CO₂-Emissionen. Hier setzt die Drohnentechnologie an: Sie schafft eine ESG-konforme, ressourcenschonende Alternative, die zugleich höhere Datenqualität liefert.
Das Problem mit herkömmlichen Begutachtungen
Nehmen wir das Beispiel einer typischen Zinshaus- oder Mehrparteienhausverwaltung in Wien:
Eine Hausverwaltung erhält von EigentümerInnen den Auftrag zu prüfen, ob die Dachhaut und die Feuermauern noch intakt sind oder ob eine Generalsanierung erforderlich ist.
Der übliche Ablauf bisher:
- Die Hausverwaltung beauftragt mehrere Professionisten mit einer Vor-Ort-Begutachtung: Dachdecker, Spengler, Kaminsanierungsfirmen, Maler (für Fassaden), ggf. auch Blitzschutz- oder Bauphysikbüros.
- Jeder fährt unabhängig zur Liegenschaft, besichtigt sein Gewerk und erstellt anschließend einen Kostenvoranschlag.
- Die Ergebnisse sind oft nicht einheitlich, weil jeder nur sein eigenes Fachgebiet bewertet – zudem liegen die Besuche zeitlich auseinander.
Praxisbeispiel: Bei einem Gründerzeithaus in Wien-Alsergrund waren innerhalb von zwei Wochen fünf verschiedene Professionisten vor Ort. Jeder kam mit eigenem Fahrzeug und teils zusätzlichem Personal. Ergebnis: fünf unterschiedliche Einschätzungen. Der ökologische Fußabdruck: rund 150 gefahrene Kilometer, ein halber Arbeitstag Logistikaufwand und zusätzliche Kosten durch doppelte Anfahrten.
Die ESG-konforme Lösung: Unabhängige Luftbilddaten
Der Stand der Technik sieht heute anders aus. Statt jedes Gewerk einzeln einzuladen, kann ein unabhängiges Unternehmen wie AeroSurvey Solution mit einem einzigen Drohneneinsatz die gesamte Gebäudehülle erfassen.
Wie funktioniert das?
1. Erfassung der Gebäudehülle: Per Drohne werden hochauflösende Fotos, Videos und thermografische Daten aufgenommen.
2. Datenaufbereitung: Aus den Bilddaten entstehen georeferenzierte Fassadenpläne, Dachpläne und Bestandspläne im Naturmaß.
3. 3D-Modell: Das gesamte Gebäude wird zusätzlich als digitales 3D-Modell bereitgestellt.
4. Schadensanalyse: Schäden (z. B. Risse, Feuchtigkeitseintritte, lockere Gesimse) werden KI-gestützt erkannt und manuell nachkontrolliert.
5. Datenverteilung: Die neutralen Daten werden allen beteiligten Professionisten (Dachdecker, Spengler, Kaminsanierer, Blitzschutz, Maler usw.) digital zur Verfügung gestellt.
Praxisbeispiel: Bei einem Wiener Gemeindebau im 20. Bezirk konnte die AeroSurvey Solution innerhalb von 25 Minuten die gesamte Fassade inkl. Statuen und Mosaiken dokumentieren. Früher wären dafür Hubsteiger, Sondergenehmigungen und mehrere Tage Einsatz nötig gewesen. Ergebnis: enorme Kosten- und Zeitersparnis plus deutliche CO₂-Reduktion.
Vorteile im Detail
1. Ökologie (Environmental)
- CO₂-Einsparung: Statt fünf bis zehn Anfahrten durch verschiedene Gewerke genügt ein Drohneneinsatz.
- Reduktion schwerer Maschinen: Keine Hebebühnen oder Gerüste notwendig.
- Digitale Weitergabe: Daten werden elektronisch versendet, was weitere Fahrten vermeidet.
Beispiel: Bei einer Dachsanierung in Wien-Mariahilf wurden rund 1,2 Tonnen CO₂ eingespart, da auf Hebebühnen-Transporte und mehrfaches Anreisen verzichtet werden konnte.
2. Soziales (Social)
- Sicherheit: Keine gefährlichen Arbeiten in großer Höhe durch Handwerker nur zur Begutachtung.
- Zugang: Auch MieterInnen müssen keine Gerüste oder Sperrungen im Alltag erdulden.
- Transparenz: EigentümerInnen erhalten nachvollziehbare Daten, die auch juristisch verwertbar sind.
Beispiel: Bei einem Neubau in Wien-Floridsdorf stand kurz vor Ablauf der dreijährigen Gewährleistungsfrist eine umfassende Überprüfung der Gebäudehülle an. Statt mehrere Firmen einzeln für Vor-Ort-Begutachtungen aufzubieten, wurden die Drohnendaten von AeroSurvey Solution genutzt. Die Hausverwaltung konnte die Bilder und 3D-Modelle direkt an alle relevanten Professionisten weiterleiten. Für die MieterInnen entfielen dadurch Gerüste, Hubsteiger im Hof und wochenlange Begehungen – gleichzeitig lagen der Eigentümergemeinschaft revisionssichere Daten vor, um Ansprüche gegenüber den Baufirmen rechtzeitig geltend zu machen.
3. Governance (Governance)
- Revisionssichere Dokumentation: Daten sind eindeutig, nachprüfbar und neutral.
- Standardisierung: Hausverwaltungen können die Luftbilddaten für mehrere Angebote verwenden – alle Gewerke kalkulieren auf derselben Grundlage.
- Beweissicherung: Schäden werden dokumentiert und archiviert, was Rechtssicherheit schafft – insbesondere im Rahmen der Bauwerksbuchführung nach §128a WBO oder bei periodischen Überprüfungen gemäß ÖNORM B1300.
Beispiel: In einem Streitfall zwischen Eigentümergemeinschaft und Dachdeckerfirma konnten Drohnendaten als objektiver Beweis herangezogen werden. Das Verfahren wurde dadurch beschleunigt.
Fazit
Der Einsatz von Drohnentechnologie revolutioniert die Prozesse im Immobilienbereich. Statt ressourcenintensiver, mehrfacher Vor-Ort-Begehungen entstehen mit einem einzigen, unabhängigen Drohneneinsatz hochpräzise, neutrale Daten. Diese können zentral an alle Professionisten verteilt werden – CO₂-sparend, transparent, revisionssicher.
Damit ist der Drohneneinsatz nicht nur eine technische Innovation, sondern ein klarer Hebel für ESG-Konformität:
- Ökologisch, weil Emissionen vermieden werden,
- sozial, weil Sicherheit und Transparenz erhöht werden,
- governance-konform, weil standardisierte und überprüfbare Daten Grundlage aller Entscheidungen sind.
Immobilienverwaltungen, EigentümerInnen und Bauunternehmen, die diese Technologie nutzen, setzen ein starkes Signal: Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Ziel, sondern gelebte Praxis.